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Die Römische Glashütte in der RömerWelt am caput limitis

- die einzige experimentalarchäologische Schauglashütte auf dem Limes -

 

 

Seit April 2023 gibt es endlich wieder eine Römische Glashütte im Rheinland. Sie befindet sich in der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl, dem Erlebnismuseum und Limes-Informationszentrum von Rheinland-Pfalz.

Bei der Römischen Glashütte handelt es sich primär um eine Schauglashütte. Das bedeutet, wir nehmen keine Aufträge zur Fertigung von Glasobjekten entgegen, sondern zeigen an den Vorführungstagen dem anwesenden Publikum, wie in der Antike Glas zu Glasgefäßen oder Fensterglas verarbeitet wurde.

Darüber hinaus steht die Römische Glashütte auch für Forschungsprojekte zur antiken Glasverarbeitung und für universitäre Heißglas-Kurse zur Verfügung. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Weitergabe dieses mittlerweile raren Handwerks. Hierfür finden mehrmals im Jahr Schulungen und Fortbildungen statt.

Der Betrieb der Römischen Glashütte findet im Regelfall publikumsoffen statt - Besucher sind also im Rahmen der Öffnungszeiten des Museums gerne willkommen! An welchen Tagen ist die Römische Glashütte in Betrieb? Das steht weiter unten.

 


Links der (Ab)Kühlofen, rechts der Glas-Schmelz- und Arbeitsofen. Beide sind holzbefeuert.

 


 

Informationen über die Römische Glashütte

Die zwei holzbefeuerten Lehmöfen der Römischen Glashütte in der RömerWelt am caput limitis sind nach römischem Vorbild rekonstruiert. Als Inspiration diente insbesondere die Abbildung auf drei römischen Öllampen aus dem 1. Jahrhundert nach Christus (siehe www.glasrepliken.de/p_artikel_oellampe.htm). Einer der beiden Öfen wird auf 1.000 bis 1.100 °C geheizt und enthält eine Schmelzschale, in der bis zu 2 kg Glas erhitzt werden können. Sobald das Glas flüssig und blasenfrei genug ist können an diesem Ofen in antiker Tradition Glasgefäße geblasen werden. Der zweite Ofen sammelt die Tagesproduktion und lässt die Glasgefäße bei etwa 450 °C verharren. Über Nacht kühlt dieser (Ab-)Kühlofen dann langsam aus. Das stundenlange Abkühlen dient dem Abbau von Spannungen im Glas. Erst danach sind die Glasgefäße verwendbar. Diese Art der Gefäßglasherstellung ist eine römische Innovation und hat sich im Wesentlichen seit 2.000 Jahren nicht verändert.

In der Römischen Glashütte verarbeiten wir nur Glas nach römischer Rezeptur. Dieses lassen wir eigens hierfür entsprechend den chemischen Analysen römischen Glases anmischen. Wie in der Antike wird dieses Rohglas in einem darauf spezialisierten Betrieb erschmolzen - allerdings heutzutage nicht in Palästina oder Ägypten, sondern in der Oberlausitz. Aber die Trennung zwischen Primärglashütte (zur Herstellung des Rohglases) und Sekundärglashütte (zur Herstellung von Glasgefäßen) folgt exakt dem römischen Vorbild. Dieses "römische" Glas ist nicht gleich dem Glas, das heutzutage in Schau-Glashütten verwendet wird. Das und vieles Weitere ist bei den Vorführungen gut zu sehen.

Einige der während der Vorführungen gefertigten Glasgefäße sind im Museumsshop der RömerWelt am caput limitis erhältlich.


Herstellung eines quadratischen Einhenkelkruges nach römischem Vorbild (Isings 50).


Umzeichnung (c) David Hill.


 

Herstellung von Glasperlen in der Römischen Glashütte


Herstellung einer Glasperle im Holzfeuer.

Neben den oben vorgestellten Lehmöfen zur Herstellung von Glasgefäßen verfügt die RömerWelt am caput limitis schon seit 2020 über mehrere Lehmöfen zur Herstellung von Glasperlen. Auch diese werden nur mit Holz befeuert und kommen natürlich ohne Holzkohle und Blasebalg aus. Handwerksvorführungen an den Perlenöfen finden regelmäßig im Beiprogramm der Veranstaltungen der RömerWelt statt, so zum Beispiel den RömerTagen und den Thementagen.

Während des normalen Museumsbetriebs der RömerWelt sind die Perlenöfen zusammen mit einigen an ihnen gefertigten Glasperlen ausgestellt.


Die Glasperlenöfen in der Ausstellung der RömerWelt.

 

Vorführungen in der Römischen Glashütte

 

Downloads:

Plakat: Fensterglasherstellung in der Römischen Glashütte am 28.07.2024 (PDF, A3)

Plakat: Fensterglasherstellung in der Römischen Glashütte am 28.07.2024 (JPG)

 

 

Vorführungen sind an folgenden Tagen geplant:   (alle Terminangaben unter Vorbehalt)
  28.07.2024 Herstellung von römischem Fensterglas in der Römischen Glashütte
  13.10.2024 Großer Backhaustag mit weiteren Handwerksvorführungen in der RömerWelt am caput limitis
    ... weitere Vorführungstage werden ggf. kurzfristig her bekannt gegeben.
     
vergangene Termine:    
  14.07.2024 Glastag in der RömerWelt am caput limitis
  13.07.2024 Handwerksvorführung Mosaikglas und römisches Fensterglas
  2.06.2024 UNESCO-Welterbetag
  17.03.2024 Saisonbeginn der RömerWelt am caput limitis
  12.11.2023 Saisonabschluss der RömerWelt am caput limitis
  15.10.2023 Großer Backhaustag in der RömerWelt mit diversen Handwerksvorführungen, auch in der Römischen Glashütte
  30.09.2023 Test des neuen "römischen" Rohglases, siehe die RömerBlog-Einträge vom 28.09.2023 und 29.09.2023
  9.07.2023 Offizielle Einweihung der Römischen Glashütte, siehe RömerBlog-Eintrag vom 3.07.2023
  8.07.2023 Testbetrieb beim RömerStammtisch
  15.-16.04.2023 Praxisteil des Kurses "Glas in der Antike. Rezeptur, Färbung, Verarbeitungstechniken und Verwendungsbereiche" am Institut für Archäologische Wissenschaften der Ruhr-Universität Bochum

 


 

Finanzierung der Römischen Glashütte

Die Verlängerung eines bestehenden Schutzdachs zur Unterbringung einer Glashütte in der RömerWelt ist über einen Spendenaufruf über die www.heimatleben.de-Plattform der Sparkasse gefördert worden. Hierzu siehe die RömerBlog-Einträge vom 16.01.2023, 5.03.2023 und 1.04.2023. Die restlichen Geldmittel für den Schutzbau wurden von der Stiftung "Caput Limitis" erbracht. Die Fundamente wurden in Eigenleistung mithilfe von Ehrenamtlichen (Dank an Martin Meffert und Murph) erstellt, siehe die Römer-Blog-Einträge vom 4.03.2023, 13.03.2023 und 16.03.2023.

Vom Schutzdach belegt die Glashütte die nördlichen 2/3 der Gesamtfläche (im Bild rechts). Die restliche Fläche steht der Rekonstruktion einer römischen Latrine zur Verfügung. Deren Wasserrinne und der graue Deckel der Zisternen-Abdeckung sind auf dem Bild bereits im linken Bereich zu sehen.

Die Öfen selber entstanden im Rahmen eines Workshops unter der Leitung von Frank Wiesenberg während des 2. Glassymposiums an der Staatlichen Glasfachschule Rheinbach. Der Bau erfolgte auf passend modifizierten Stahlpaletten, die per LKW mit Hebebühne in die RömerWelt transportiert und per Radlader positioniert werden konnten, siehe RömerBlog-Beitrag vom 19.04.2023. Die Transportkosten übenahm die Stiftung "Caput Limitis". Alle Materialkosten trug Frank Wiesenberg. Die Öfen sind eine Leihgabe von Frank Wiesenberg an die RömerWelt.

Die Kosten für das Rohglas, die Herstellung der bennötigten Schmelzgefäße und paßgenau gefertigten Ofentüren sowie alle Verschleißteile werden bei den Vorführungstagen von der Stiftung "Caput Limitis" getragen, bei Forschungs- und Weiterbildungstagen von Frank Wiesenberg. Bei Lehraufträgen oder Projekten mit Dritten übernimmt in der Regel der Auftraggeber diese Kosten. Für das Brennen der Schmelzgefäße und Ofentüren steht ein elektrischer Brennofen zur Verfügung.


Die Schutzdach-Verlängerung im April 2023 vor Einzug der Glasöfen.

 

Neuigkeiten zur Römischen Glashütte

Im Römer-Blog sind einige interessante Informationen zur Römischen Glashütte nachzulesen. Folgend eine kleine Auswahl:

17.07.2024 - Die ersten Mosaikglas-Schalen der Römischen Glashütte in der RömerWelt am caput limitis

15.07.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: Die Auflösung ... Fensterglas und Mosaikschalen

10.07.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: Stahl und Ofenplatten ...

9.07.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: Eine "Steinsäule" für ...?

12.06.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: Ein handgefertigter Hocker für den Glasmacher

4.06.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: Gläser aus den Vorführungen am UNESCO Welterbetag im Museumsshop der RömerWelt

29.05.2024 - Neues in der Römischen Glashütte: besserer Regenschutz für die Vorführungem am 2.06.2024

6.12.2023 - Manuelle Glasfertigung ist Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

2.11.2023 - Rückblick: Betrieb der Römischen Glashütte am 15.10.2023

31.10.2023 - Töpferofenbrand für die Römische Glashütte in der RömerWelt

19.07.2023 - Ofenteile für weitere Glasofenprojekte

3.07.2023 - Terminhinweis: 9.07.2023 - Eröffnung der Römischen Glashütte in der RömerWelt


Manuelle Glasfertigung ist Immaterielles Kulturerbe

Die "Manuelle Fertigung von mundgeblasenem Hohl- und Flachglas" ist 2015 in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden.

Weitere Informationen auf der UNESCO-Webseite.

Am 6. Dezember 2023 wurde im Zwischenstaatlichen Ausschuss zum Immateriellen Kulturerbe der UNESCO in Botswana dem von Finnland, Frankreich, Spanien, Tschechien und Ungarn gemeinsam mit Deutschland gestellten Antrag, die "Manuelle Glasfertigung" in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO aufzunehmen, stattgegeben.

Die Pressemitteilung der Deutschen UNESCO-Kommission und weitere Informationen sind im RömerBlog abrufbar:
http://blog.roemischer-vicus.de/index202312.htm#06b

Die RömerWelt am caput limitis, Frank Wiesenberg sowie alle Projektbeteiligten unterstützen mit diesem römischen Glasofenprojekt die Bewahrung und Erforschung dieses Kulturerbes.

 


Für detailliertere Informationen zu weiteren Projekten empfehlen wir den Besuch der Webseiten www.glasrepliken.de und www.glasofenexperiment.de.

Eine Übersicht über Projekte mit holzbefeuerten Glasöfen findet sich auf www.roemischer-glasofen.de.

Glasgefäße aus solchen Projekten sind über den Webshop www.romanglassmakers.de und im Museumsshop der RömerWelt am caput limitis in Rheinbrohl erwerbbar.

Zu besonderen Veranstaltungen, zum Beispiel der Internationalen Reenactmentmesse IRM, sind Sonderaktionen geplant.

 

Version 1.20 vom 23.07.2024
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